Berlin, Deutschland und das „West Nil Virus“

In den letzten Wochen wurde vermehrt über Infektionen mit dem tropischen West-Nil Virus in Deutschland berichtet. „Berlinerin steckt sich mit West-Nil-Virus an“, titulierte zum Beispiel der Berliner Tagesspiegel Ende Oktober. Da unser Interesse an Stechmücken und Tropenkrankheiten von „Berufung“ wegen etwas ausgeprägter ist, haben wir uns dazu noch schlauer gemacht und unsere Erkenntnisse im Folgenden für Dich zusammengefasst:

Wie verläuft die Infektion?

Die gute Nachricht vorweg-  das West Nil Virus verläuft bei 80% der Infektionen quasi symptomfrei, bei ca. 20% der infizierten Patienten Fälle treten Grippe-ähnliche Symptome auf. Nicht schön, aber im Regelfall erträglich.  Also keine Panik!

Die schlechte Nachricht: bei ca. 1% der Infizierten kann die Krankheit schwerwiegende Folgen haben und zu Hirnhautentzündung, medizinisch Meningitis, oder auch zu einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) führen. Insbesondere ältere Menschen oder Menschen mit einem bereits geschwächten Immunsystem sind in dieser Gruppe betroffen. Leider gibt es bislang keine wirklich wirksame Behandlung oder präventive Impfung.

Und wie kommt das tropische West Nil Virus zu uns?

Aber wie kommt das hauptsächlich in Afrika, Israel, der Westtürkei, Indien und dem mittleren Osten vorkommende West Nil Virus überhaupt in unsere heimischen Gefilde inmitten der gemäßigten Klimazone? Infizierte Zugvögel bringen das Virus als sogenannter Amplifikationswirt (heißt: in den Vögeln kann das Virus weiterleben und bleibt übertragbar) aus den Tropen mit. Und wenn sich eine Stechmücke einmal an einem Vogel satt getrunken hat, dann kann sie das Virus leider auch auf andere Tiere oder eben auch den Menschen übertragen. Dafür ist keine Fernreise nötig, unsere heimische Stechmücke der Gattung „Culex“ schafft das auch von hier aus.

Was sind die Ursachen?

Tja, und die Antwort, warum sich die Infektionen in den letzten Jahren in Europa, insbesondere in Griechenland und Italien, so stark häufen, liegt leider auf der Hand. Aufgrund des Klimawandels verlängert sich die für Stechmücken günstige Saison von Frühling bis Herbst, und in Südeuropa konnten Übertragungen sogar bis in den November beobachtet werden. Es wird anhand der erhöhten Zahl an Infektionen in Deutschland sogar vermutet, dass hier mittlerweile beste Rahmenbedingen zur problemlosen Überwinterung des West Nil Virus herrschen. Ein neuer „Mitbürger“ etabliert sich…

Wie kann ich mich schützen?

An Impfstoffen wird derzeit geforscht, aber das wird noch einige Zeit dauern. Bis dahin gilt- Schutz durch Prävention, d.h. Insektenschutz auf Körper und Kleidung! Außerdem grundsätzlich keine toten Vögel anfassen und vor allem den eigenen Beitrag zum Klimaschutz nicht vergessen!

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