Die 4 häufigsten Zeckenarten im Portrait

Die 4 häufigsten Zeckenarten im Portrait 1

Vorab, die Zecke ist kein 6-beiniges Insekt, sondern sie gehört zur Gattung der 8-beinigen Spinnentiere. Weltweit gibt es bis zu 900 Zeckenarten, derer in Deutschland bisher nur ca. 15 unterschiedliche vertreten sind. Es folgt ein kurzes Portrait der 4 aufdringlichsten blutsaugenden Guerilla Krieger.

Die Mainstream Zecke, aka der „Gemeine Holzbock“

Sie ist die in Deutschland am häufigsten vorkommende Vertreterin ihrer Art und mit hoher Wahrscheinlichkeit haben Du oder Dein Hund sie bereits persönlich kennenlernen dürfen. Der gemeine Holzbock lauert beinahe überall, also auch im heimischen Garten, im Stadtpark sowie Wiesen und Wäldern, und zwar immer dann, wenn das Thermometer an wenigen aufeinanderfolgende Tagen über 7 Grad Celsius misst.  (Weihnachten 2017: 17 Grad Celsius.) Also beinahe ganzjährig. Sobald sich ein potentielles Opfer nähert und sie streift, klammert sie sich fest und spaziert dann gerne stundenlang wie am all-you-can-eat Buffet auf der Haut herum, bis sie eine gut durchblutete Stelle für lecker genug zum Einstich befindet.

Diese Zeckenart überträgt unter anderem bakterielle Borreliose und FSME Viren auf Hund und Mensch und ist leider ziemlich hungrig:  Insbesondere die weiblichen Zecken saugen sich gerne bis zum 100-fachen ihres Körpergewichts voll!

Die Winterfeste, aka die „Auwaldzecke“

Auwaldzecke

Sie ist relativ groß (Weibchen: 3,8-4,2 mm, Männchen: 4,2-4,8 mm), liebt den deutschen Wald und nervt uns hauptsächlich in Brandenburg, rund um Berlin und in Baden-Württemberg. Die Auwaldzecke ist robust und selbst im Januar und Februar aktiv, sofern das Thermometer an einigen aufeinanderfolgenden Tagen über dem Gefrierpunkt liegt.

Der fiese Riese befällt gerne Pferde und Hunde und überträgt die „canine Babesiose“, auch Hundemalaria genannt. Das diese Erkrankung unbehandelt tödlich verlaufen kann und das Weibchen nach ihrer Blutmahlzeit im Frühjahr etwa 3000–5000 Eier ablegt, solltest Du Deinen Hund schützen und ihn nach einem Spaziergang im Risikogebiet gründlich absuchen.

Der unerwünschte Mitbewohner, aka die „Braune Hundezecke“

Der Name ist Programm. Ganz Südeuropa ihr Revier. Und vielleicht auch bald Dein Wohnzimmer?

Die Braune Hundezecke wurde eingeschleppt und mag es warm, also überwintert sie gerne auch mal in beheizten Einrichtungen wie zum Beispiel einem behaglichen Wohnzimmer. Und jetzt wird es richtig eklig: wenn die Weibchen satt und rund sind, legen sie ihre ca. 4000! Eier im Boden ab oder suchen sich ein Versteck in Wohnungen oder an Hundeschlafplätzen. Mehr müssen wir hier wohl nicht schreiben…Widerlich!

Der exotische Goliath, aka „Hyalomma Zecke“

Klimawandel sei Dank, wir haben dauerhaften Besuch aus Afrika. Eingeschleppt durch Zugvögel und dank unseres gemütlichen Wetters prächtig gedeihend, begrüßen wir nun auch bei uns die Hyalomma Zecke. Die ausgewachsenen Weibchen sind zwischen 5 und 6,6 Millimeter groß und ihr Motto lautet:  Wer jagt, gewinnt!

Im Gegensatz zu den bisher vorgestellten lauernden Zeckenarten, zeichnet sich die Hyalomma Zecke durch einen ausgeprägten Jagdtrieb aus.  Sie bemerkt ihre Opfer bereits auf 9 Meter Entfernung und folgt ihrer potentiellen Mahlzeit bis zu 10 Minuten lang!

Diese Zeckenart kann das hoch ansteckende Krim-Kongo Virus auf dem Menschen übertragen, gegen welches bisher kein Impfstoff vorliegt. Kein fun factor: Die Hyalomma Zecke hat recht gute Augen… Und sie kann Dir besagte 10 Minuten auf 100 Meter Entfernung folgen.

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