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Warum gibt es überhaupt Stechmücken?

Ein kurzes Plädoyer

Blut saugen, Krankheiten übertragen, auf Gartenpartys nerven und romantische Sonnenuntergänge verderben- so kennen wir sie, die heimische Stechmücke!

Und auch wir haben uns gefragt, weshalb es diese nutzlosen Biester beinahe überall auf diesem Planeten gibt. Stechfreier Urlaub geht nur in der Antarktis und auf isolierten Inseln wie zum Beispiel Island. Kein Scherz! Tja, was jetzt folgt ist erneut eine Hommage an Mutter Natur, sozusagen das „Lanze brechen” für unsere heimische Stechmücke.

Mücken gibt es seit der Kreidezeit (ca. 1oo Millionen Jahre), das alleine spricht schon für enorme Zähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft. Weltweit gibt es über 3500 Mückenarten, in Deutschland dürfen wir uns an ca. 50. Arten erfreuen. Im deutschen Sprachgebrauch kennt man sie als Stausen, Stanzen, Schnaken, Moskito oder schlicht weg summende Nervensäge.

Warum stechen Mücken überhaupt?

Allen Stechmücken gemeinsam: Sie wollen Blut! Aber genaugenommen nur die weiblichen Exemplare, denn diese benötigen die im Blut vorhandenen Proteine und Eisen für die Produktion ihrer Eier.  Daher sind die Weibchen in der Paarungszeit ganz heiß auf ausgeatmetes Kohlenmonoxid und andere menschliche Wohlgerüche wie Fettsäure, Ammoniak und Milchsäure, also Blut, Schweiß, Urin und Speichel. Und all das können sie bereits auf 50 m Entfernung wittern! Außerhalb der Paarungszeit sind Mücken, allen voran die Männchen, echte Trendesser und ernähren sich streng vegan von Nektar und Pflanzensäften.

Stichfeste Auswirkungen

Über den Saug- und Stechrüssel des hungrigen Weibchens gelangen Speichel und andere Substanzen in unseren Körper, auf die der Organismus mit verschiedenen Abwehrmechanismen reagiert. Die wohl bekannteste und glücklicherweise harmloseste Folge eines Mückenstichs kennen wir alle: Unbändiger Juckreiz! Leider gibt es jedoch auch für uns Menschen weitaus gefährlichere Mückenarten, die sich perfekt an sich verändernde Umgebungsbedingungen anpassen können. Allen voran die Asiatische Tigermücke mit dem Dengue Virus im Gepäck oder die Anopheles Mücke, die jedes Jahr weltweit 200 Millionen Menschen mit Malaria neu infiziert. Über das in Deutschland eingemeindete West- Nil Virus haben wir hier schon berichtet.

Was gibt es denn nun Positives zu berichten?

Ja, die Mücken sind nicht nur da, weil sie quasi über evolutionäre Superpower verfügen und sich perfekt als Parasiten anpassen.

  • Aufgrund ihrer Masse spielen sie eine entscheidende Rolle in unseren Ökosystemen: Sie sind nahrhaftes Futter für Zugvögel, Fische und Amphibien (Mückenlarven), Fledermäuse etc…
  • Der Stich einer Mücke und somit die oben erwähnte Abwehrreaktion des Körpers sorgt dafür, dass das menschliche Immunsystem aus der zivilisierten Lethargie gerissen wird und arbeiten muss. Ein aktive Immunsystem schützt vor Krankheiten und Allergien- also sorgt quasi der Mückenstich für eine verbesserte Prävention.
  • Stechmücken sorgen für eine natürliche Auslese und beeinflussen die Evolution positiv. Es überleben die Arten von Lebewesen, die von den Parasiten weniger beeinflusst sind und deren Immunsystem einfach besser angepasst ist.

Fazit: Jedes Lebewesen erfüllt seinen Zweck in unserem natürlichen Kreislauf!

Je mehr der Mensch in dieses funktionierende System eingreift, z.B. durch Trockenlegung von Gewässern, den Einsatz von Pestiziden zur Insektenbekämpfung oder eben auch Abwehr von Insekten mit auf Chemie basierenden Mitteln, desto weniger vorhersehbar und kontrollierbarer werden die Folgen für uns sein. „Live and let live“!

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